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RESERVIERUNG Bodega Mainz
Inh.: Barbara Hoffmann
Holzstraße 10, 55116 Mainz
Öffnungszeiten:
Mo-Sa: 18h-01h
So in d.R. Ruhetag
Kontakt:
eMail: bodega<dot>mainz<at>googlemail<dot>com
Tel.: 06131/224229

Bodega Mainz
Historisch, die Tempelritter
Fotogalerie
Ein Gedicht
Speise- und Getränkekarte
Anfahrtsbeschreibung
Impressum

Templer-Ritter zu Pferd

Auf historischem Grund

Die Räumlichkeiten der Bodega liegen auf dem Grund des Mainzer „Tempelhofes“: einer Niederlassung von Rittern des Templer-Ordens, der 1118/1120 in Jerusalem gegründet wurde und dessen Mitglieder sich als Kreuzritter dem Kampf für das Christentum verschrieben hatten.

Vermutlich ab der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts befand sich am Ort die Residenz eines so genannten „Komturs“, eine „Komturei“ oder „Kommende“, deren Anwesen sich auf einem ansehnlichen Areal zwischen Holzstraße, Kapuzinerstraße und Ignazgäßchen erstreckte. Es handelte sich um einen großen, burgartig befestigten Gutshof, von dem die in der Bodega sichtbare Natursteinmauer bis zum heutigen Tag ein eindrucksvolles Zeugnis abgibt. In den geräumigen Scheunen und Kellern wurden die Erträge aus den umliegenden Templer-Gütern eingelagert, wobei ein Drittel des erwirtschafteten Gewinns für die Finanzierung der Kriege im Heiligen Land abgeführt werden musste. Äußerst verkehrsgünstig an einem Knotenpunkt wichtiger Fernstraßen gelegen (der heutige „Graben“), hatte der Tempelhof zudem die Aufgabe, reisende Ordensmitglieder und Pilger aufzunehmen und zu versorgen.

Nachdem sich die Ritter des Templer-Ordens bereits ab 1307 des Vorwurfs der Ketzerei und Gottesleugnung erwehren mussten, sah sich der Templer-freundliche Mainzer Erzbischof Peter im Jahre 1310 auf Anordnung des Papstes gezwungen, auch die Mainzer Tempelritter einer Untersuchung zu unterziehen. Auf der u.a. zu diesem Zwecke einberufenen Synode erschienen zwanzig kampferprobte Brüder unter Führung ihres Komturs, des Wild- und Rheingrafen Friedrich auf Grumbach bei Meisenheim, Waffen klirrend im Kapitelsaal des Mainzer Domes und verliehen damit ihrem Protest gegen die Maßnahmen äußerst wirkungsvollen Ausdruck. 1311 wurden die Mainzer Tempelritter schließlich frei gesprochen – im Gegensatz zu vielen ihrer Ordensbrüder besonders in Frankreich, die der Folter und dem Tod auf dem Scheiterhaufen ausgesetzt waren.

Letztendlich befahl Papst Clemens V. 1312 die Auflösung des Templer-Ordens und die Beschlagnahmung aller seiner Güter. So ging der Mainzer Tempelhof im Jahre 1314 in den Besitz des Johanniter-Ordens über. In den folgenden Jahren wechselte das Anwesen dann noch mehrfach den Besitzer, bevor es am Ende des 15. Jahrhunderts unbewohnt dem Verfall preisgegeben war. Im 17. Jahrhundert war das Gelände schließlich in mehrere Parzellen aufgeteilt worden, in denen Handwerker ihrem Beruf nachgingen. Bezeichnenderweise dienten die Räume der Bodega bis zu ihrem Umbau zu einer Gaststätte im Jahre 1979 einem Schlosser als Werkstatt.

Templer-Siegel oder -Münze

Quellen

  • Alois Gerlich. Der Tempelhof zu Mainz, in: Mainzer Almanach 1960, 159 – 166
  • Ludwig Falck. Mainz in seiner Blütezeit als freie Stadt (1244 bis 1328). Geschichte der Stadt Mainz III, Düsseldorf 1973, bes. Seite 15 – 16
  • Bilder: http://www.die-templer.de/ und http://www.augustinus.de/
Bilderkollektion 4, Gastraum